Welpenhandel: Warum Sie keinen Hund aus dubiosen Quellen kaufen sollten
Der Wunsch nach einem eigenen Hund ist groß. Wer sich auf die Suche nach einem Welpen macht, wird im Internet schnell fündig. Auf Kleinanzeigenportalen, in sozialen Netzwerken oder auf vermeintlich professionellen Webseiten werden nahezu alle Hunderassen angeboten – oft zu überraschend günstigen Preisen.
Doch hinter vielen dieser Angebote steckt ein trauriges Geschäft: der illegale Welpenhandel.
Billige Welpen haben oft einen hohen Preis
Ein besonders niedriger Kaufpreis sollte Hundeinteressenten aufmerksam machen. Während seriöse Züchter viel Zeit, Geld und Verantwortung in die Aufzucht ihrer Welpen investieren, setzen unseriöse Händler auf Masse statt Klasse.
Die Welpen stammen häufig aus großen Zuchtanlagen im Ausland, in denen die Tiere unter schlechten Bedingungen gehalten werden. Dort werden Hündinnen oft mehrfach im Jahr zur Zucht eingesetzt, während die Welpen viel zu früh von ihrer Mutter getrennt werden.
Anschließend werden die jungen Hunde über weite Strecken transportiert und in Deutschland oder anderen europäischen Ländern verkauft.
Der Weg der Welpen ist oft mit Leid verbunden
Viele Welpen legen bereits in den ersten Lebenswochen lange Transportwege zurück. Nicht selten werden die Tiere ohne ausreichende Versorgung in Transportern oder Fahrzeugen über Ländergrenzen hinweg gebracht.
Für die jungen Hunde bedeutet dies enormen Stress in einer Lebensphase, die eigentlich für Bindung, Sozialisierung und Entwicklung entscheidend wäre.
Die Folgen zeigen sich häufig erst später.
Gesundheitliche und soziale Probleme
Welpen aus illegalem Handel sind häufig nicht ausreichend geimpft, entwurmt oder tierärztlich untersucht worden. Zudem fehlen ihnen oft wichtige Erfahrungen, die sie normalerweise in den ersten Lebenswochen bei Muttertier und Geschwistern sammeln würden.
Mögliche Folgen können sein:
- Unsicherheit gegenüber Menschen und Umwelt
- Angstverhalten
- Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Hunden
- erhöhte Stressanfälligkeit
- gesundheitliche Probleme
- Parasitenbefall
- Infektionskrankheiten
Viele Käufer müssen bereits kurz nach dem Kauf hohe Tierarztkosten tragen. In besonders schweren Fällen überleben die Welpen die ersten Monate nicht.
Warum der illegale Welpenhandel funktioniert
Der Handel mit Welpen ist ein lukratives Geschäft. Die Nachfrage nach bestimmten Hunderassen ist hoch, während viele Käufer möglichst schnell einen Hund finden möchten.
Unseriöse Verkäufer nutzen dies gezielt aus. Sie werben mit Aussagen wie:
- „liebevolle Hobbyzucht“
- „Familienaufzucht“
- „letzter Welpe“
- „sofort abgabebereit“
Oft sollen Interessenten schnell eine Entscheidung treffen und den Hund möglichst sofort mitnehmen.
Besonders problematisch: Viele Menschen kaufen aus Mitleid. Sie möchten den Welpen „retten“ und merken dabei nicht, dass jeder Kauf den Handel weiter unterstützt.
Woran erkenne ich seriöse Züchter?
Wer einen Welpen kaufen möchte, sollte sich ausreichend Zeit nehmen und den Anbieter sorgfältig prüfen.
Ein seriöser Züchter:
- zeigt Muttertier und Welpen gemeinsam
- beantwortet Fragen offen und transparent
- ermöglicht mehrere Besuche
- gibt Welpen frühestens im geeigneten Alter ab
- verfügt über Gesundheitsnachweise
- interessiert sich für das zukünftige Zuhause seiner Hunde
- drängt nicht zum schnellen Kauf
Misstrauisch sollten Sie werden, wenn die Übergabe auf Parkplätzen, Raststätten oder an wechselnden Orten stattfinden soll.
Im Tierheim warten Hunde auf ein neues Zuhause
Nicht jeder Hund muss vom Züchter kommen. In deutschen Tierheimen warten jedes Jahr tausende Hunde auf ein neues Zuhause.
Darunter befinden sich:
- Welpen
- Junghunde
- erwachsene Hunde
- Senioren
- Mischlinge
- Rassehunde
Die Mitarbeiter der Tierheime kennen die Tiere meist sehr gut und können dabei helfen, den passenden Hund für die jeweilige Lebenssituation zu finden.
Fazit: Augen auf beim Welpenkauf
Ein Hund begleitet seine Familie oft viele Jahre. Deshalb sollte die Entscheidung niemals spontan oder aufgrund eines vermeintlichen Schnäppchens getroffen werden.
Wer einen Welpen kaufen möchte, sollte sich ausreichend Zeit nehmen, seriöse Anbieter sorgfältig prüfen und die Herkunft des Hundes hinterfragen. So schützen Sie nicht nur sich selbst vor Enttäuschungen und hohen Tierarztkosten, sondern helfen auch dabei, den illegalen Welpenhandel einzudämmen.
Denn jeder verantwortungsbewusste Kauf trägt dazu bei, dass weniger Hunde unter schlechten Bedingungen gezüchtet und gehandelt werden.