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Inkontinenz bei Hündinnen: Ursachen, Therapie & Alltagstipps

Die Harninkontinenz, oder auch Einnässen, ist besonders bei der Hündin im fortgeschrittenen Alter ein nicht selten auftretendes Problem, welches nicht nur den Halter, sondern auch dem Hund schwer zu schaffen macht. Besitzer von Hündinnen im fortgeschrittenen Alter ist es oftmals eine große Belastung, die sich meist nicht mehr abstellen lässt.

Harnblasenaufbau und Vorgang des Urinierens

Schematisch betrachtet besteht die Blase aus drei Schichten, welche sind von innen nach außen: Blasenschleimhaut, glatte Muskulatur und Serosa. Von den Nieren wird der Urin über die Harnleiter in die Blase geleitet. Dazu finden sich in der Blase zwei Öffnungen. Der Urin wird in der Blase gesammelt, bis Dehnungsnerven in der Blase einen gewissen Füllstand der Blase signalisieren. Diese Nerven verlaufen im Bereich der Lenden- und Schwanzwirbelsäule. Sollte in diesem Bereich der Wirbelsäule eine Verletzung oder Beeinträchtigung herrschen, so kann dies zu einer Inkontinenz führen. Bei einem gewissen Füllstand der Blase senden die Dehnungsrezeptoren in der Blasenwand Impulse an das Gehirn und regen den Hund zum Urinieren an. Beim Entleeren der Blase entspannen sich die Blasenmuskulatur und der Schließmuskel der Harnröhre.

Ursachen für Inkontinenz bei Hündinnen

Inkontinenz wird in primär und sekundär unterschieden. Die primäre beschreibt einen Defekt des Harnröhrenverschlusses, wobei der sekundäre zuerst eine Ursache braucht, woraus eine Inkontinenz entsteht. Für die primäre Inkontinenz gibt es die verschiedensten Gründe. Hierzu zählen beispielsweise hormonelle Störungen oder Veränderungen, eine Rückwärtsverlagerung der Blase nach einer Kastration, die schon erwähnte Nervenschädigung oder eine angeborene Fehllokalisation der Mündungen der Harnleiter.

Eine kastrationsbedingte Inkontinenz muss nicht zeitnah nach der Kastration auftreten, nicht selten vergehen Monate bis Jahre, so dass der Besitzer die Kastration nicht in Verbindung mit der Inkontinenz bringt. Die offensichtlich vielfältigen Ursachen für eine Inkontinenz müssen im Falle des Falles vom Tierarzt genau abgeklärt werden, um eine mögliche Therapie gezielt starten zu können.

Therapiemöglichkeiten bei Inkontinenz

Eine Therapie kann natürlich nur dann erfolgreich sein, wenn die Ursache gefunden werden kann. Bei der sekundären Inkontinenz ist daher entscheidend, dass die ursprüngliche Erkrankung behandelt wird, beispielsweise eine Blasenentzündung. Sollte eine Missbildung vorliegen, so ist ein chirurgischer Eingriff mit beispielsweise einer Verlegung der Harnleiter in die physiologische Position die Therapie der Wahl.

Eine nach einer Kastration auftretende Inkontinenz kann vom Tierarzt mit Hormontabletten behandelt werden. Hierzu werden Östrogene verabreicht. Hier sind allerdings Nebenwirkungen wie Läufigkeitssymptome oder Schäden am Knochenmark möglich. Zur Erhöhung der Muskelspannung in der Harnröhre werden unterstützend Sympathomimetika gegeben.

Sollte allerdings trotz medikamenteller Behandlung der Erfolg ausbleiben oder sich nach einer gewissen Zeit einstellen, so ist ein chirurgischer Eingriff möglich. Bei diesem Eingriff wird Kollagen in die Schleimhaut der Harnröhre gespritzt, eine weitere Möglichkeit ist ein Teflonimplantat. Beide Möglichkeiten führen zu einem besseren Verschluss der Harnröhre. In fast allen Fällen reicht ein einmaliger chirurgischer Eingriff. Speziell auf diesen Fall der Inkontinenz spezialisierte Chirurgen haben auch das Wissen um eine Verlagerung der Harnblase.

Tipps für Hundebesitzer im Alltag

Oftmals erwacht die inkontinente Hündin im eigenen Urinsee. Dies ist der für den Hund furchtbarste Fall und Zustand. Dies führt nicht selten dazu, dass der seit Jahren geliebte Schlafplatz vom Hund gemieden wird. Ebenso wird die Hundedecke, das Hundekissen oder das Hundebett nicht mehr angenommen, auch wenn Sie diese immer nach dem Urinieren waschen.

Hier spielt die Temperatur eine wichtige Rolle. Viele Harnstoffe sind bei 40˚C nicht aus den Textilien zu waschen. Hier hilft meist nur eine Wäsche mit 95˚C, um die Hundeliegefläche geruchsneutral zu bekommen, so dass die Hündin die alte Liegefläche weiter nutzt.

Geeignete Schlafplätze für inkontinente Hunde

Besonders hilfreich sind daher ein waschbares Hundebett, das selbst bei 95°C gereinigt werden kann, oder ein Hundekissen mit abnehmbaren Bezügen. Beide Optionen sorgen dafür, dass Ihr Vierbeiner trotz Inkontinenz einen hygienischen und komfortablen Schlafplatz behält.

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