Rohfütterung beim Hund – wer es nicht kann sollte es lassen
Barfen: Sinnvoll nur mit Wissen, Planung und fachlicher Begleitung
Von Dr. med. vet. Andreas SchüllMöchten Sie Ihren Hund barfen? Dann ist eine gründliche Vorbereitung unerlässlich. Rohfütterung kann funktionieren – aber nur dann, wenn die Ration ausgewogen geplant ist und alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Menge enthalten sind.
Barfen bedeutet nicht einfach, rohes Fleisch in den Napf zu geben. Fleisch ist nicht gleich Fleisch, Innereien müssen sinnvoll dosiert werden, Knochen bergen Risiken und auch Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente müssen zuverlässig abgedeckt sein. Wer hier ohne Fachwissen füttert, riskiert langfristig Mangelerscheinungen oder Überversorgungen.
Ein bekanntes Beispiel zeigt, wie schnell Fehler entstehen können:
Auch hygienische Risiken sollten nicht unterschätzt werden. Rohes Fleisch kann mit Bakterien wie Salmonellen, Campylobacter oder E. coli belastet sein. Das betrifft nicht nur den Hund selbst, sondern auch Menschen im Haushalt – besonders Kinder, ältere Personen oder immungeschwächte Familienmitglieder.
Wer barfen möchte, sollte die Ration daher idealerweise von einem Tierarzt oder einer qualifizierten Ernährungsberatung berechnen lassen. Besonders bei Welpen, Senioren, kranken Hunden, trächtigen Hündinnen oder Hunden mit Allergien ist eine fachliche Begleitung wichtig.
Heute gibt es zudem viele hochwertige Nass- und Trockenfutter, die bedarfsdeckend zusammengesetzt sind und dem Hund alle notwendigen Nährstoffe liefern. Wer sich nicht intensiv mit Rohfütterung beschäftigen möchte, kann deshalb guten Gewissens auf ein hochwertiges Alleinfuttermittel zurückgreifen.
Barfen ist also keine einfache Fütterungsmethode für nebenbei, sondern erfordert Wissen, Sorgfalt und regelmäßige Kontrolle. Richtig umgesetzt kann es eine individuelle Ernährungsform sein – falsch umgesetzt kann es dem Hund jedoch mehr schaden als nutzen.