Andreas Schüll, Dr. med. vet. | Aktualisiert 2026 Der Zahnwechsel beim Welpen ist für viele Hundebesitzer ein wichtiger Meilenstein. Die spitzen Milchzähne verschwinden und machen Platz für das bleibende Gebiss, das Ihren Hund ein Leben lang begleiten soll. Genau deshalb lohnt es sich, bereits früh auf die Zahngesundheit zu achten. Denn gesunde Zähne tragen maßgeblich zum Wohlbefinden und zur allgemeinen Gesundheit Ihres Hundes bei.
Bereits ab einem Alter von etwa vier bis sechs Monaten beginnt der Zahnwechsel. Viele Welpen kauen in dieser Zeit vermehrt auf Spielzeug oder geeigneten Kauartikeln, da das Zahnfleisch empfindlich sein kann. Mit dem vollständigen Zahnwechsel ist das bleibende Gebiss ausgebildet – und dieses sollte möglichst ein Leben lang gesund erhalten werden.
Ursachen von Zahnproblemen
Ähnlich wie beim Menschen lagern sich auch beim Hund nach jeder Mahlzeit Speisereste, Bakterien und Speichelbestandteile auf den Zähnen ab. Daraus entsteht zunächst ein weicher Belag (Plaque). Wird dieser nicht regelmäßig entfernt, lagern sich Mineralstoffe ein und es entsteht Zahnstein.
Zahnstein bietet wiederum ideale Bedingungen für weitere Bakterienansammlungen. Besonders betroffen sind häufig die Backenzähne und die Bereiche entlang des Zahnfleischrandes. Bestimmte Hunderassen, kleine Hunde sowie ältere Tiere neigen besonders häufig zu Zahnproblemen.
Folgen von Plaque und Zahnstein
Die ersten Anzeichen sind oft Mundgeruch und sichtbare Beläge auf den Zähnen. Bleiben diese unbehandelt, können Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und Parodontitis entstehen.
Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Zahnlockerungen, Schmerzen beim Fressen und schließlich zum Verlust einzelner Zähne. Moderne Studien zeigen zudem, dass chronische Entzündungen im Maul Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben können. Bakterien können über die Blutbahn Herz, Leber und Nieren belasten.
Behandlung
Leichte Beläge können häufig durch regelmäßige Zahnpflege und geeignete Kauartikel reduziert werden. Ist bereits Zahnstein vorhanden, hilft meist nur eine professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt.
Bei einer modernen Zahnbehandlung werden die Zähne unter Narkose gründlich gereinigt, poliert und anschließend auf mögliche Erkrankungen untersucht. Oft kommen dabei auch digitale Zahnröntgenaufnahmen zum Einsatz, um versteckte Schäden an Zahnwurzeln oder Kieferknochen frühzeitig zu erkennen.
Je früher Zahnprobleme erkannt werden, desto schonender und erfolgreicher können sie behandelt werden.
Vorbeugung
Die beste Zahnpflege beginnt bereits im Welpenalter. Gewöhnen Sie Ihren Hund frühzeitig daran, dass Maul und Zähne regelmäßig kontrolliert werden.
Das tägliche oder zumindest mehrmals wöchentliche Zähneputzen mit spezieller Hundezahnpasta gilt heute als wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung von Zahnstein und Zahnfleischerkrankungen. Verwenden Sie dafür eine weiche Hundezahnbürste oder einen Fingerling.
Ergänzend können spezielle Dental-Kauartikel, Kauwurzeln, geeignete Kauspielzeuge oder vom Tierarzt empfohlene Zahnpflegeprodukte eingesetzt werden. Wichtig: Nicht jedes Futter reinigt automatisch die Zähne. Entscheidend sind die individuelle Zahngesundheit, die Genetik und die regelmäßige Pflege.
Kontrollieren Sie das Gebiss Ihres Hundes regelmäßig auf Beläge, Zahnfleischrötungen, Mundgeruch oder abgebrochene Zähne. Je früher Veränderungen erkannt werden, desto besser lassen sich ernsthafte Erkrankungen verhindern.
Gesunde Zähne bedeuten Lebensqualität. Mit etwas Aufmerksamkeit und regelmäßiger Pflege können Sie dazu beitragen, dass Ihr Hund bis ins hohe Alter kraftvoll kauen, spielen und genießen kann.
Bleiben Sie und Ihr Hund gesund.
Ihr Dr. Schüll