Jedes Jahr am 29. Januar steht ein ganz besonderer Helfer auf vier Pfoten im Mittelpunkt: der Blindenführhund. Der Aktionstag würdigt die beeindruckende Arbeit dieser Assistenzhunde, die blinden und sehbehinderten Menschen mehr Selbstständigkeit, Mobilität und Sicherheit im Alltag ermöglichen.
Das Datum geht auf die traditionsreiche Hundeschule „The Seeing Eye“ in Morristown, New Jersey (USA), zurück. Sie wurde 1929 von Dorothy Harrison Eustis gegründet und gilt als die älteste Ausbildungsstätte für Blindenführhunde weltweit.
Was macht einen Blindenführhund so besonders?
Blindenführhunde sind speziell ausgebildete Assistenzhunde, die Menschen mit einer starken Sehbeeinträchtigung oder Blindheit sicher durch den Alltag begleiten. Sie helfen dabei, Hindernisse zu erkennen, Gefahren zu vermeiden und sich sowohl in vertrauter als auch in unbekannter Umgebung sicher zu orientieren.
Erkennbar sind sie meist an ihrem Führgeschirr. Während der Arbeit übernehmen die Hunde eine enorme Verantwortung und unterstützen ihre Halter bei vielen täglichen Wegen und Aufgaben.
In Deutschland gelten Blindenführhunde rechtlich als Hilfsmittel. Unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Ausbildung und Versorgung. Für Betroffene bedeutet ein Blindenführhund oft ein großes Stück zusätzlicher Lebensqualität und Unabhängigkeit.
Welche Aufgaben übernimmt ein Blindenführhund?
Ein ausgebildeter Blindenführhund kann auf Kommando zahlreiche wichtige Orientierungspunkte finden, darunter:
- Türen und Eingänge
- Treppen und Aufzüge
- Zebrastreifen und Ampeln
- Briefkästen und Haltestellen
- freie Sitzplätze in öffentlichen Verkehrsmitteln
- Schalter, Kassen oder andere markante Ziele
Besonders bemerkenswert ist die sogenannte „intelligente Verweigerung“: Erkennt der Hund eine Gefahr, führt er ein Kommando nicht aus und schützt damit seinen Menschen vor möglichen Unfällen.
Der Weg zum Blindenführhund
Nicht jeder Hund eignet sich für diese anspruchsvolle Aufgabe. Bereits im jungen Alter werden potenzielle Assistenzhunde sorgfältig ausgewählt. Neben körperlicher Gesundheit spielen vor allem Charaktereigenschaften eine entscheidende Rolle.
Geeignete Hunde zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
- freundliches und ausgeglichenes Wesen
- hohe Lernbereitschaft
- Belastbarkeit und Konzentrationsfähigkeit
- Gelassenheit in unterschiedlichsten Alltagssituationen
- soziale Verträglichkeit
- gute körperliche Gesundheit
Vor Beginn der Ausbildung werden die Hunde umfassend tierärztlich untersucht. Dabei stehen insbesondere Gelenke, Augen und die allgemeine körperliche Fitness im Fokus. Die anschließende Ausbildung dauert in der Regel mehrere Monate und bereitet die Hunde gezielt auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vor.
Blindenführhunde leisten jeden Tag Außergewöhnliches. Sie schenken ihren Menschen Sicherheit, Freiheit und Vertrauen – und sind damit weit mehr als nur Begleiter: Sie sind echte Partner fürs Leben.